Europapreis geht nach Bitburg
Der diesjährige Europapreis geht in die Eifel. Der Kreismusikverband Bitburg-Prüm e.V. wird für sein langjähriges grenzüberschreitendes Projekt „Play-In“ ausgezeichnet. Seit 36 Jahren veranstaltet der Kreismusikverband Treffen junger Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, Luxemburg und Belgien im Alter zwischen 15 und 30 Jahren, die gemeinsam musizieren. In einem Wochenendworkshop studieren sie ein Konzertprogramm ein, welches sie dann am Sonntag bei einem Abschlusskonzert dem Publikum präsentierten. Das Play-In wird jährlich durchgeführt.
Für dieses langjährige Engagement nimmt der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Josef Kreichels am kommenden Sonntag, 15. Mai 2011, auf der Rheinland-Pfalz-Bühne der Bundesgartenschau in Koblenz den Europapreis in Höhe von 2.000 Euro entgegen. Eine fachkundige Jury hatte die Preisträger ausgewählt. Sie lobte das Bitburger Projekt als Beispiel für gelebtes Europa.
Seit fast zwanzig Jahren wird das Engagement der rheinland-pfälzischen Bürgerinnen und Bürger im Geiste der europäischen Integration mit dem Europapreis ausgezeichnet. Eine wichtige Freizeitaktivität war dabei bisher nicht berücksichtigt - das Kulturgut Musik. Daher hatte der Beauftragte des Landes für Europa, Staatssekretär Dr. Karl-Heinz Klär, den diesjährigen Europapreis unter folgendem Motto ausgeschrieben: Musikalische Visionen - freiwilliges Engagement in der Musik in Rheinland-Pfalz. In vielen Gemeinden, Städten, Schulen, Hochschulen, Kulturvereinen und europäischen Partnerschaften werde das musikalische Miteinander gelebt und gepflegt. Dieses freiwillige Engagement im Bereich Musik wollte Klär mit dem Europapreis 2011 würdigen.
Mit dem 2. Preis werden Orchester und Chor des Humboldt-Gymnasiums in Trier geehrt. Sie pflegen seit Jahren einen Chor- und Orchesteraustausch mit dem College Nazareth de Voisenon (Frankreich) und dem Instituto Comprensivo „Paolo Soprani“ Castelfidardo (Italien). Auf der Bundesgartenschau wird die Jazzcombo des Humboldt-Gymnasiums auf der Rheinland-Pfalz-Bühne aufspielen und anschließend den Preis in Höhe von 1.000 Euro in Empfang nehmen. Die Jury des Europapreises würdigte die langjährige Partnerschaftsarbeit, die auch mit der weit entfernten italienischen Schule intensiv gepflegt werde.
In die Pfalz geht der 3. Preis, an den Rudi-Stephan-Chor aus Worms. Dieser Schulchor mit rund 70 Schülern der Jahrgangsstufen 9 bis 13 arbeitet regelmäßig mit dem Orchester der Jugendmusikschule und anderen Laienchören zusammen. Besonders bekannt ist die Konzert-Kooperation mit dem Musikschulorchester im Rahmen der Wormser Nibelungenfestspiele. Im Februar/März 2011 fand ein Chor-Austausch mit der Partnerschule in Busto Arsizio (Lombardei) statt. Bei jeweils viertägigen Reisen zu den Partnerschulen wurden gemeinsame öffentliche Konzerte präsentiert. Chorstücke wurden auf Englisch, Französisch, Italienisch, Deutsch und Hebräisch gemeinsam vorgetragen. Gerade diese Vielsprachigkeit des Chores überzeugte die Jury. Der Rudi-Stephan-Chor erhält 500 Euro.
Einen Sonderpreis in Höhe von 300 Euro vergab die Jury an das Gymnasium an der Stadtmauer Bad Kreuznach. Hier wurden im Rahmen eines Europaprojektes im Musikunterricht der Klasse 6c Muttersprachler aus verschiedenen europäischen Ländern in die Schule eingeladen, um mit ihrer Hilfe zu lernen, die Sprachen der Nachbarn richtig auszusprechen und somit deren Lieder singen zu können. Ergänzend wurde von den Kindern umfangreiches Info-Material über die einzelnen Länder erstellt.
Die Jury lobte die praxisnahe Umsetzung des Themas „So leben die Nachbarn“ und nannte das Projekt beispielhaft für viele andere Schulen.

