Weinbergsböden - Wein und Terroir
Geologie-Lektionen mit Genuss:
Neue Ausstellung der Landesvertretung
Genüsslich wandert der Wein von links nach rechts, von rechts nach links. Erst ausgiebiges Bewegen im Mund enthüllt seine Geschmacksbestandteile. Weinkenner können so nicht nur die Traube und die Art des Ausbaus, sondern auch den Boden, den „terroir“ herausschmecken, auf dem die Reben wuchsen. Der beeinflusst wesentlich die feine Säure des mittelrheinischen Rieslings oder die fruchtige Kraft des Pfälzer Grauburgunders.
Die Weinbergsböden stehen im Mittelpunkt der nächsten Ausstellung in der rheinland-pfälzischen Landesvertretung. Die Informationsschau des Landesamtes für Geologie und Bergbau wirbt für mehr Boden-Bewusstsein, indem sie Unterschiede, Vielfalt und Einzigartigkeit präsentiert. 12 typische Bodenprofile der 6 rheinland-pfälzischen Weinbaugebiete werden vorgestellt: Rheinhessen, Pfalz, Mosel, Nahe, Ahr und Mittelrhein.
Beim Tag der Offenen Tür der Landesvertretungen in den Ministergärten am 3. Oktober können dann auch Weine aus Rheinland-Pfalz probiert werden, welche die Winzergenossenschaft Mayschoss (Ahr) anbietet.
„Die Ressource Boden ist einzigartig und sie steht uns nur begrenzt zur Verfügung. Deshalb kommt es darauf an, den Wert unserer Böden zu erkennen und diese zu erhalten“, stellt die Bevollmächtigte des Landes beim Bund und für Europa, Staatsministerin Margit Conrad fest. „Unsere Böden erfüllen zahlreiche lebenswichtige Funktionen: sie filtern unser Trinkwasser, sie sind Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und unzählige Mikroorganismen und elementarer Produktionsstandort für land- und forstwirtschaftliche Erzeugnisse, und sie sind wichtig für den Klimaschutz, weil sie klimaschädigende Gase speichern.“ Im Weinbau seien die Böden Grundlage für Geschmack und Qualität. Conrad: „Boden schmeckt. Weinbergsböden prägen neben dem Klima und dem Können der Winzer maßgeblich die Inhaltsstoffe der Weine und damit deren Eleganz und Fülle – deshalb wird in der Vermarktung auch immer häufiger auf das „terroir“, den Ursprungsort, hingewiesen. Silvaner vom Löß, vom Kalkmergel oder vom Rotliegenden schmecken völlig unterschiedlich. Überdies sind die Weinberge in der Kulturlandschaft Lebensraum für Tiere und Pflanze.“
Die Ausstellung ist zu sehen vom 23. September bis zum 23. Oktober, täglich von 10 bis 20 Uhr.
Der Eintritt ist frei.

